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— Spezialsprechstunde · Krebsfrüherkennung —

Dysplasiesprechstunde

Strukturierte Abklärung und Begleitung bei auffälligen Befunden am Gebärmutterhals — leitliniengerecht.

KolposkopieHPV-DiagnostikEngmaschige Nachsorge
№ 01 · Für wen?

Wenn ein Befund geklärt werden soll

Die Dysplasiesprechstunde richtet sich an Frauen mit auffälligen Vorsorge-Befunden. Wir nehmen uns Zeit, die Ursache präzise einzuordnen — und besprechen mit Ihnen, was als Nächstes sinnvoll ist.

Auffällige Befunde sind sehr unterschiedlich: Viele leichte Veränderungen bilden sich von selbst zurück, höhergradige benötigen eine zeitnahe Abklärung. Welche Kategorie Ihr Befund ist und wie das Vorgehen aussieht, klären wir gemeinsam mit strukturierter Diagnostik — und behandeln nur dann, wenn es wirklich nötig ist.

№ 02 · Ihr Weg

Von der Überweisung bis zur Nachsorge

Transparent, verständlich und in Ihrem Tempo — Sie wissen jederzeit, was als Nächstes kommt.

01

Auffälliger Befund

Pap-Abstrich oder HPV-Test bei Ihrer Frauenärztin — wir erhalten die Überweisung.

02

Kolposkopie

Lupenuntersuchung der Schleimhaut, bei Bedarf gezielte Gewebeentnahme (Biopsie).

03

Befundbesprechung

Wir erklären Ihnen die Ergebnisse verständlich und planen gemeinsam das weitere Vorgehen.

Je nach Ergebnis
Entwarnung

Unauffällig

Zurück zur regulären Vorsorge. Keine weitere Behandlung nötig.

Kontrolltermin

Leichte Veränderung

Kontrolle im individuell festgelegten Intervall. Auch bei unauffälliger Kolposkopie bleibt die Verlaufsbeobachtung wichtig, insbesondere bei HPV-Persistenz.

Therapie & Nachsorge

Behandlungsbedarf

Therapie (z. B. Konisation) — ambulant, schonend und mit anschließender Nachsorge.

Langzeit-Nachsorge: Nach jeder Behandlung begleiten wir Sie mit regelmäßigen Kontrollen — leitliniengerecht und so lange, bis Sie sicher in die reguläre Vorsorge zurückkehren können.

№ 03 · Im Detail

Unsere Diagnostik & Therapie

Tippen Sie eine Leistung an, um Details zu öffnen.

Für wen sinnvoll?

Wer profitiert von einer Dysplasiesprechstunde

Die Dysplasiesprechstunde ist speziell für Frauen mit auffälligen Vorsorgebefunden, HPV-Persistenz oder besonderer Risikokonstellation gedacht.

Auffälliger Pap-Abstrich

Ein Pap-Ergebnis ab Pap IIID (moderate Zellveränderungen) oder höher sollte kolposkopisch abgeklärt werden — auch bei wiederholtem Pap II mit HPV-Persistenz.

Persistierende HPV-Infektion

HPV-Infektionen mit Hochrisiko-Typen (v.a. HPV 16 und 18), die über mehr als 12 Monate nachweisbar sind, sollten kolposkopisch beurteilt werden.

Zustand nach Konisation

Nach einer Konisation sind engmaschige Nachkontrollen wichtig — für frühe Erkennung eines Rezidivs und zur Verlaufsdokumentation.

Familiäre Vorbelastung

Bei Frauen mit familiärer Häufung von Zervixkarzinom oder anderer HPV-assoziierter Tumore kann eine intensivere Kontrolle sinnvoll sein.

Immunsuppression

Bei geschwächtem Immunsystem (HIV, immunsuppressive Therapie, Transplantation) verlaufen HPV-Infektionen häufig anders — engmaschigere Kontrolle empfohlen.

Zweitmeinung gewünscht

Sie haben einen auffälligen Befund und möchten eine unabhängige Einschätzung? Wir bieten strukturierte Zweitmeinungen mit ausführlicher Befund-Besprechung.

CIN-Stufen erklärt

Was CIN 1, 2 und 3 bedeuten

CIN steht für „Cervikale Intraepitheliale Neoplasie" und beschreibt den Schweregrad von Zellveränderungen. Nur ein kleiner Teil der Veränderungen entwickelt sich unbehandelt zu einem Zervixkarzinom.

CIN 1
Leichte Zellveränderung

Leichte Dysplasie, häufig durch eine akute HPV-Infektion bedingt. In den meisten Fällen bildet sich die Veränderung innerhalb von 12–24 Monaten spontan zurück. In der Regel abwartendes Vorgehen mit regelmäßigen Kontrollen.

Rückbildungsrate ca. 60–70 %
CIN 2
Mäßige Zellveränderung

Mäßige Dysplasie. Ein Teil bildet sich zurück, ein anderer schreitet fort. Das Vorgehen (Beobachtung oder Behandlung) hängt vom Alter, dem HPV-Status und der individuellen Situation ab. Insbesondere bei jungen Frauen und Kinderwunsch wird oft zunächst abgewartet.

Rückbildung möglich, aber unsicher
CIN 3
Hochgradige Zellveränderung

Hochgradige Dysplasie (früher „Carcinoma in situ"). In der Regel wird eine Behandlung empfohlen — meist als Konisation. Der Eingriff ist ambulant, die Prognose ist gut. Wichtig: rechtzeitige Erkennung ist der Schlüssel zur Vermeidung eines Zervixkarzinoms.

Spontane Rückbildung selten
HPV im Fokus

HPV und Zervixkarzinom — die Zusammenhänge

Humane Papillomaviren (HPV) sind für nahezu alle Zervixkarzinome verantwortlich. Die meisten Infektionen heilen aber spontan — Vorsorge und ggf. Impfung sind die wichtigsten Schutzfaktoren.

~90 % aller Zervixkarzinome

werden durch persistierende Hochrisiko-HPV-Infektionen (v.a. HPV 16 und 18) verursacht.

Meist spontane Rückbildung

Bei den meisten Frauen (~80 %) klärt das Immunsystem eine HPV-Infektion innerhalb von 12–24 Monaten selbst.

~90 % Risikoreduktion

durch HPV-Impfung möglich — nach Studienlage die effektivste Präventionsmaßnahme gegen Zervixkarzinom.

Regelmäßige Vorsorge

ist der wichtigste Schutz — auch bei bekannter HPV-Infektion. So können Veränderungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.

So läuft Ihr Termin ab

Ablauf der Dysplasiesprechstunde

Ein typischer Termin dauert 30–60 Minuten. Bitte bringen Sie Ihre Pap-Befunde, HPV-Ergebnisse und ggf. Voruntersuchungen mit.

01

Vorgespräch & Anamnese

Wir besprechen Ihre bisherigen Befunde, HPV-Status, gynäkologische Vorgeschichte und Ihre Fragen. Bitte bringen Sie Ihre Pap-Befunde und ggf. HPV-Ergebnisse mit.

02

Kolposkopie

Untersuchung der Schleimhaut mit dem Kolposkop — mit Essigsäure-Test und Jodprobe. Dauer typischerweise 10–15 Minuten. In der Regel gut verträglich.

03

Ggf. gezielte Biopsie

Falls auffällige Areale sichtbar sind, entnehmen wir kleine Gewebeproben aus den verdächtigen Stellen. Das Ergebnis liegt in 1–2 Wochen vor.

04

Befundbesprechung & Plan

Ausführliche Besprechung der Ergebnisse mit gemeinsamem Plan: engmaschige Kontrolle, weitere Diagnostik oder ggf. therapeutischer Eingriff (Konisation).

Aktuelle Evidenz

Was die Studienlage zeigt

Unsere Empfehlungen basieren auf aktuellen Leitlinien und großen wissenschaftlichen Studien.

AWMF 015/027OL

S3-Leitlinie Zervixkarzinom-Prävention

Aktuelle deutsche Leitlinie zur Prävention des Zervixkarzinoms — Grundlage für Diagnostik-Standards und therapeutische Entscheidungen in der Dysplasie-Sprechstunde.

organisiertes Krebsfrüherkennungsprogramm

oKFE-Richtlinie 2020

Seit 2020 gilt in Deutschland ein neues Screening-Programm: Bis 34 Jahre jährliche Zytologie, ab 35 alle 3 Jahre Kombinationstest (Zytologie + HPV-Test).

Real-World-Evidenz

HPV-Impfstudien (Schweden, Australien)

Große Kohortenstudien zeigen: Bei geimpften Frauen ist die Inzidenz des Zervixkarzinoms um bis zu 90 % reduziert — auch bei später Erstimpfung noch relevante Wirkung.

Primärscreening

ATHENA-Studie · HPV-Testung

Zeigt: HPV-Test hat höhere Sensitivität als der Pap-Abstrich zur Erkennung von CIN 3 und Karzinom — insbesondere in Kombination beider Verfahren.

Termin

Auffälliger Befund?

Wir nehmen uns Zeit für eine sorgfältige Abklärung und verständliche Beratung.