Dysplasiesprechstunde
Strukturierte Abklärung und Begleitung bei auffälligen Befunden am Gebärmutterhals — leitliniengerecht.
Wenn ein Befund geklärt werden soll
Die Dysplasiesprechstunde richtet sich an Frauen mit auffälligen Vorsorge-Befunden. Wir nehmen uns Zeit, die Ursache präzise einzuordnen — und besprechen mit Ihnen, was als Nächstes sinnvoll ist.
Auffällige Befunde sind sehr unterschiedlich: Viele leichte Veränderungen bilden sich von selbst zurück, höhergradige benötigen eine zeitnahe Abklärung. Welche Kategorie Ihr Befund ist und wie das Vorgehen aussieht, klären wir gemeinsam mit strukturierter Diagnostik — und behandeln nur dann, wenn es wirklich nötig ist.
Von der Überweisung bis zur Nachsorge
Transparent, verständlich und in Ihrem Tempo — Sie wissen jederzeit, was als Nächstes kommt.
Auffälliger Befund
Pap-Abstrich oder HPV-Test bei Ihrer Frauenärztin — wir erhalten die Überweisung.
Kolposkopie
Lupenuntersuchung der Schleimhaut, bei Bedarf gezielte Gewebeentnahme (Biopsie).
Befundbesprechung
Wir erklären Ihnen die Ergebnisse verständlich und planen gemeinsam das weitere Vorgehen.
Unauffällig
Zurück zur regulären Vorsorge. Keine weitere Behandlung nötig.
Leichte Veränderung
Kontrolle im individuell festgelegten Intervall. Auch bei unauffälliger Kolposkopie bleibt die Verlaufsbeobachtung wichtig, insbesondere bei HPV-Persistenz.
Behandlungsbedarf
Therapie (z. B. Konisation) — ambulant, schonend und mit anschließender Nachsorge.
Langzeit-Nachsorge: Nach jeder Behandlung begleiten wir Sie mit regelmäßigen Kontrollen — leitliniengerecht und so lange, bis Sie sicher in die reguläre Vorsorge zurückkehren können.
Unsere Diagnostik & Therapie
Tippen Sie eine Leistung an, um Details zu öffnen.
Wer profitiert von einer Dysplasiesprechstunde
Die Dysplasiesprechstunde ist speziell für Frauen mit auffälligen Vorsorgebefunden, HPV-Persistenz oder besonderer Risikokonstellation gedacht.
Auffälliger Pap-Abstrich
Ein Pap-Ergebnis ab Pap IIID (moderate Zellveränderungen) oder höher sollte kolposkopisch abgeklärt werden — auch bei wiederholtem Pap II mit HPV-Persistenz.
Persistierende HPV-Infektion
HPV-Infektionen mit Hochrisiko-Typen (v.a. HPV 16 und 18), die über mehr als 12 Monate nachweisbar sind, sollten kolposkopisch beurteilt werden.
Zustand nach Konisation
Nach einer Konisation sind engmaschige Nachkontrollen wichtig — für frühe Erkennung eines Rezidivs und zur Verlaufsdokumentation.
Familiäre Vorbelastung
Bei Frauen mit familiärer Häufung von Zervixkarzinom oder anderer HPV-assoziierter Tumore kann eine intensivere Kontrolle sinnvoll sein.
Immunsuppression
Bei geschwächtem Immunsystem (HIV, immunsuppressive Therapie, Transplantation) verlaufen HPV-Infektionen häufig anders — engmaschigere Kontrolle empfohlen.
Zweitmeinung gewünscht
Sie haben einen auffälligen Befund und möchten eine unabhängige Einschätzung? Wir bieten strukturierte Zweitmeinungen mit ausführlicher Befund-Besprechung.
Was CIN 1, 2 und 3 bedeuten
CIN steht für „Cervikale Intraepitheliale Neoplasie" und beschreibt den Schweregrad von Zellveränderungen. Nur ein kleiner Teil der Veränderungen entwickelt sich unbehandelt zu einem Zervixkarzinom.
Leichte Dysplasie, häufig durch eine akute HPV-Infektion bedingt. In den meisten Fällen bildet sich die Veränderung innerhalb von 12–24 Monaten spontan zurück. In der Regel abwartendes Vorgehen mit regelmäßigen Kontrollen.
Mäßige Dysplasie. Ein Teil bildet sich zurück, ein anderer schreitet fort. Das Vorgehen (Beobachtung oder Behandlung) hängt vom Alter, dem HPV-Status und der individuellen Situation ab. Insbesondere bei jungen Frauen und Kinderwunsch wird oft zunächst abgewartet.
Hochgradige Dysplasie (früher „Carcinoma in situ"). In der Regel wird eine Behandlung empfohlen — meist als Konisation. Der Eingriff ist ambulant, die Prognose ist gut. Wichtig: rechtzeitige Erkennung ist der Schlüssel zur Vermeidung eines Zervixkarzinoms.
HPV und Zervixkarzinom — die Zusammenhänge
Humane Papillomaviren (HPV) sind für nahezu alle Zervixkarzinome verantwortlich. Die meisten Infektionen heilen aber spontan — Vorsorge und ggf. Impfung sind die wichtigsten Schutzfaktoren.
werden durch persistierende Hochrisiko-HPV-Infektionen (v.a. HPV 16 und 18) verursacht.
Bei den meisten Frauen (~80 %) klärt das Immunsystem eine HPV-Infektion innerhalb von 12–24 Monaten selbst.
durch HPV-Impfung möglich — nach Studienlage die effektivste Präventionsmaßnahme gegen Zervixkarzinom.
ist der wichtigste Schutz — auch bei bekannter HPV-Infektion. So können Veränderungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.
Ablauf der Dysplasiesprechstunde
Ein typischer Termin dauert 30–60 Minuten. Bitte bringen Sie Ihre Pap-Befunde, HPV-Ergebnisse und ggf. Voruntersuchungen mit.
Vorgespräch & Anamnese
Wir besprechen Ihre bisherigen Befunde, HPV-Status, gynäkologische Vorgeschichte und Ihre Fragen. Bitte bringen Sie Ihre Pap-Befunde und ggf. HPV-Ergebnisse mit.
Kolposkopie
Untersuchung der Schleimhaut mit dem Kolposkop — mit Essigsäure-Test und Jodprobe. Dauer typischerweise 10–15 Minuten. In der Regel gut verträglich.
Ggf. gezielte Biopsie
Falls auffällige Areale sichtbar sind, entnehmen wir kleine Gewebeproben aus den verdächtigen Stellen. Das Ergebnis liegt in 1–2 Wochen vor.
Befundbesprechung & Plan
Ausführliche Besprechung der Ergebnisse mit gemeinsamem Plan: engmaschige Kontrolle, weitere Diagnostik oder ggf. therapeutischer Eingriff (Konisation).
Was die Studienlage zeigt
Unsere Empfehlungen basieren auf aktuellen Leitlinien und großen wissenschaftlichen Studien.
S3-Leitlinie Zervixkarzinom-Prävention
Aktuelle deutsche Leitlinie zur Prävention des Zervixkarzinoms — Grundlage für Diagnostik-Standards und therapeutische Entscheidungen in der Dysplasie-Sprechstunde.
oKFE-Richtlinie 2020
Seit 2020 gilt in Deutschland ein neues Screening-Programm: Bis 34 Jahre jährliche Zytologie, ab 35 alle 3 Jahre Kombinationstest (Zytologie + HPV-Test).
HPV-Impfstudien (Schweden, Australien)
Große Kohortenstudien zeigen: Bei geimpften Frauen ist die Inzidenz des Zervixkarzinoms um bis zu 90 % reduziert — auch bei später Erstimpfung noch relevante Wirkung.
ATHENA-Studie · HPV-Testung
Zeigt: HPV-Test hat höhere Sensitivität als der Pap-Abstrich zur Erkennung von CIN 3 und Karzinom — insbesondere in Kombination beider Verfahren.
Mehr erfahren
Auffälliger Befund?
Wir nehmen uns Zeit für eine sorgfältige Abklärung und verständliche Beratung.