Brustkrebsvorsorge
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Regelmäßige Vorsorge kann dazu beitragen, Veränderungen frühzeitig erkennbar zu machen.
Warum Vorsorge so wichtig ist
Frauen erkranken jährlich neu in Deutschland (RKI 2025)
Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs
bei früh erkanntem, lokal begrenztem Stadium
können Veränderungen im Ultraschall sichtbar werden (abhängig vom Gewebe)
Was auf einem Befund steht
Vier Fachbegriffe, die in der Brustdiagnostik immer wieder auftauchen — kurz und präzise erklärt.
- BI-RADS
- Standardisiertes Klassifikationssystem (Breast Imaging Reporting and Data System) zur Einordnung von Befunden in Mammographie, Ultraschall und MRT. Von 0 (unklar, weitere Bildgebung nötig) bis 6 (histologisch gesicherter Krebs). BI-RADS 1 und 2 gelten als unauffällig.
- ACR-Dichte (A–D)
- Einordnung des Brustgewebes nach der American College of Radiology-Skala. A = überwiegend fettig, D = extrem dicht. Ab ACR C ist die Aussagekraft der Mammographie eingeschränkt — hier kann eine ergänzende Sonographie sinnvoll sein.
- DCIS · Ductales Carcinoma in situ
- Sehr frühe, nicht-invasive Veränderung ausschließlich in den Milchgängen — hat die Basalmembran noch nicht durchbrochen. Wird als Vorstufe eingeordnet; die Prognose ist bei rechtzeitiger Behandlung sehr gut.
- Invasives Karzinom
- Tumor, der die Basalmembran der Milchgänge oder -läppchen durchbrochen hat und in das umgebende Gewebe wächst. Häufigste Form: invasives duktales Karzinom (NST). Die weitere Einordnung erfolgt nach Größe (T), Lymphknotenbefall (N) und Fernmetastasen (M).
Vier Säulen der Vorsorge
Je nach Alter und individuellem Risikoprofil können verschiedene Methoden sinnvoll kombiniert werden.
Tastuntersuchung
Regelmäßige ärztliche Tastuntersuchung der Brust und Achselhöhlen im Rahmen der Krebsvorsorge.
Brustultraschall
Strahlungsfreie Bildgebung zur Beurteilung des Brustgewebes. Besonders geeignet bei dichtem Brustgewebe jüngerer Frauen.
Mammographie
Röntgenuntersuchung der Brust. Im Rahmen des Mammographie-Screenings für Frauen von 50 bis 75 Jahren vorgesehen.
Selbstuntersuchung
Die monatliche Selbstuntersuchung der Brust kann helfen, Veränderungen frühzeitig zu bemerken. Ihre Frauenärztin zeigt Ihnen die richtige Technik.
Brustultraschall · Sonographie
Hochauflösende, strahlungsfreie Bildgebung — besonders aussagekräftig bei dichtem Brustgewebe (ACR-Dichte C/D) und zur gezielten Abklärung von Tastbefunden.
Wann ist ein Brustultraschall sinnvoll?
So läuft die Untersuchung ab
- 01Anamnese (Beschwerden, Zyklustag, Familienanamnese, Hormoneinnahme)
- 02Inspektion und klinische Palpation beider Brüste — Quadranten-Schema
- 03Palpation der Lymphabflusswege (Axilla beidseits, supra- und infraklavikulär)
- 04Hochauflösende Sonographie nach den Standards der DEGUM-Mammasonographie
- 05Systematische Beurteilung beider Brüste in zwei Schnittebenen
- 06Befundeinordnung nach BI-RADS und direkte Besprechung mit Ihnen
Häufige Befunde im Brustultraschall
Was das persönliche Risiko beeinflusst
Nicht alle Faktoren sind beeinflussbar — eine individuelle Vorsorge kann das persönliche Risiko trotzdem im Blick behalten.
Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Etwa zwei Drittel der Erkrankungen treten nach dem 50. Lebensjahr auf.
Wenn nahe Verwandte (Mutter, Schwester, Tochter) an Brustkrebs erkrankt sind, kann das eigene Risiko erhöht sein. Eine genetische Beratung kann sinnvoll sein.
Veränderungen in den BRCA1- oder BRCA2-Genen können das Risiko deutlich erhöhen. Bei familiärer Häufung kann ein Gentest erwogen werden.
Frühe erste Periode, späte Wechseljahre, Kinderlosigkeit oder erste Schwangerschaft nach dem 30. Lebensjahr sind mit einem leicht erhöhten Risiko verbunden.
Höhere Gewebedichte kann die Erkennbarkeit von Veränderungen erschweren und ist selbst ein eigenständiger Risikofaktor. Wird im Ultraschall mitbeurteilt.
Eine langfristige Hormonersatztherapie in und nach den Wechseljahren kann mit einem leicht erhöhten Risiko verbunden sein.
Faktoren wie Bewegungsmangel, postmenopausale Adipositas, Alkoholkonsum und Rauchen können das Erkrankungsrisiko beeinflussen.
Wie Brustkrebs eingeteilt wird
Die Stadien beschreiben Größe, Lage und Ausbreitung — Grundlage für eine individuelle Therapieplanung.
Veränderungen befinden sich ausschließlich in den Milchgängen und haben das umliegende Gewebe noch nicht erreicht. Eine sehr frühe Form — die individuelle Behandlung wird ärztlich besprochen.
Ein lokal begrenzter Tumor, ohne Befall der regionalen Lymphknoten — eine frühe Form. Die individuelle Prognose und Behandlung werden ärztlich besprochen.
Eine fortgeschrittenere lokale Ausdehnung oder Lymphknotenbeteiligung in der Achselhöhle.
Größere lokale Ausdehnung mit möglicher Beteiligung umliegender Strukturen oder ausgedehnterer Lymphknotenbefall.
Fernmetastasen in anderen Organen. Die Therapie wird individuell und im Rahmen eines spezialisierten Teams abgestimmt.
Auf welcher Grundlage wir arbeiten
Unsere Empfehlungen orientieren sich an den aktuellen deutschen und internationalen Fachleitlinien.
Mammakarzinom · Diagnostik, Therapie, Nachsorge (AWMF 032-045OL)
Aktuell gültige deutsche Leitlinie zur Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms — Basis für Empfehlungen zu Sonographie, Mammographie und ergänzendem MRT.
Zentrum für Krebsregisterdaten
Die Datengrundlage des Robert-Koch-Instituts zeigt für Deutschland rund 75.000 Neuerkrankungen pro Jahr — mit deutlich verbesserter Prognose bei früh entdecktem, lokal begrenztem Befund.
Deutsches Mammographie-Screening-Programm
Qualitätsgesichertes Programm für Frauen zwischen 50 und 75 Jahren mit alle zwei Jahre stattfindendem Screening in zertifizierten Einheiten. Studien zeigen eine Senkung der brustkrebsbedingten Sterblichkeit.
Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs (KFB)
Bei familiärer Häufung (mehrere erkrankte Angehörige ersten Grades, junges Erkrankungsalter, männlicher Brustkrebs) empfiehlt das KFB eine humangenetische Beratung und ggf. BRCA1/BRCA2-Testung in einem zertifizierten Zentrum.
Antworten auf häufige Fragen
Sprechen Sie uns an.
Wir beraten Sie gerne zur Brustkrebsvorsorge — in unserer Praxis in Immenstaad am Bodensee.