Wechseljahre – begleitet
Eine natürliche Lebensphase mit vielen Gesichtern. Diagnostik, Beratung und Therapieoptionen — von pflanzlich bis zur transdermalen Hormontherapie, individuell abgestimmt.
Was Menopause genau bedeutet
Die Begriffe rund um die Wechseljahre werden im Alltag oft ungenau verwendet. Hier finden Sie die medizinisch präzisen Definitionen — orientiert an aktuellen Leitlinien.
- Prämenopause
- Die späte reproduktive Phase mit ersten hormonellen Veränderungen — meist ab dem 40. Lebensjahr. Zyklen können unregelmäßiger werden, die Fruchtbarkeit nimmt ab.
- Perimenopause
- Die Übergangsphase mit deutlichen Zyklusveränderungen. Sie beginnt vor der letzten Blutung und endet 12 Monate nach der Menopause. In dieser Phase treten häufig die typischen Wechseljahresbeschwerden auf.
- Menopause
- Der Zeitpunkt der letzten spontanen Menstruation. Dieser Zeitpunkt kann erst rückblickend nach 12 Monaten Amenorrhö sicher festgestellt werden.
- Postmenopause
- Die Lebensphase nach der Menopause. Sie kann erst rückblickend bestätigt werden, da zum Zeitpunkt der letzten Blutung noch nicht sicher ist, dass keine weitere Menstruation mehr folgt.
Drei Lebensabschnitte
Die Wechseljahre verlaufen in drei Phasen — jede mit eigenen Themen und Möglichkeiten der Begleitung.
Prämenopause
späte reproduktive Phase, ca. ab 40 J.
Späte reproduktive Phase: Die Zyklen werden im Verlauf unregelmäßiger, erste hormonelle Veränderungen treten auf. Die Östrogenproduktion beginnt zu schwanken.
Perimenopause
Übergangsphase bis 12 Mo. nach der letzten Periode
Die Übergangsphase beginnt mit deutlichen Zyklusveränderungen und endet 12 Monate nach der letzten Periode. Die Eierstöcke stellen ihre Funktion schrittweise ein, die Östrogenspiegel schwanken deutlich.
Postmenopause
ab 12 Mo. nach der letzten Periode (Median ca. 52 J.)
Die Postmenopause beginnt 12 Monate nach der letzten Regelblutung. Der Östrogenspiegel ist dauerhaft niedrig — Knochen- und Herz-Kreislauf-Gesundheit rücken in den Vordergrund.
Häufige Beschwerdebilder
Wechseljahresbeschwerden zeigen sich oft vielfältig — nicht jede Frau erlebt alle Symptome, und die Intensität kann stark variieren. Die folgende Übersicht zeigt typische Ausprägungen nach Kategorien.
Vasomotorisch
- Hitzewallungen · plötzliches Hitzegefühl
- Nächtliches Schwitzen · Schweißausbrüche
- Kältegefühl nach Hitzewallungen
- Herzklopfen · Palpitationen
Schlaf & Energie
- Einschlaf- und Durchschlafstörungen
- Frühes Erwachen
- Erschöpfung tagsüber · Fatigue
- Antriebsverlust
Stimmung & Kognition
- Reizbarkeit · Stimmungsschwankungen
- Depressive Verstimmung
- Ängste · innere Unruhe
- Konzentrationsschwierigkeiten · Brain Fog
- Vergesslichkeit
Urogenital (GSM)
- Scheidentrockenheit · Brennen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Häufige Blasenentzündungen
- Vermehrter Harndrang
- Nachlassende Libido
Muskuloskelettal
- Gelenkschmerzen · Muskelbeschwerden
- Steifigkeit morgens
- Muskelkraftverlust
- Osteoporose-Risiko (mittel-/langfristig)
Haut · Haare · Stoffwechsel
- Trockene Haut · Faltenbildung
- Haarausfall · dünnere Haare
- Gewichtszunahme · veränderte Körperform
- Verändertes Kälteempfinden
Bioidentische Hormone — der aktuelle Standard
Bioidentische Hormone haben molekular exakt dieselbe Struktur wie die Hormone, die der weibliche Körper selbst produziert — insbesondere 17β-Östradiol und mikronisiertes Progesteron. Die aktuellen Leitlinien (S3-Leitlinie „Peri- und Postmenopause", NAMS 2022, IMS 2024) präferieren bei geeigneter Indikation die transdermale Anwendung von Estradiol in Kombination mit oralem oder vaginalem Progesteron.
Diese Anwendung umgeht die Leberpassage und reduziert damit das Thromboserisiko gegenüber oraler Gabe. Die Datenlage zu Sicherheit und Verträglichkeit ist gut. Als Mitglied der Deutschen Menopause Gesellschaft und durch die jährliche Teilnahme am Kongress bleiben wir auf dem aktuellen Stand.
Ihr Erstgespräch
Wir nehmen uns Zeit — für Ihre Symptomatik, Ihre Anamnese und Ihre persönlichen Fragen. So läuft der typische Ablauf.
Ausführliche Anamnese
Wir nehmen uns Zeit für Ihre Symptomatik, den zeitlichen Verlauf, Ihre familiäre Vorgeschichte (Osteoporose, Brustkrebs, Thrombose) und Ihre aktuellen Beschwerden. Auch Lebensstil und persönliche Ziele fließen ein.
Klinische Untersuchung
Gynäkologische Untersuchung, Blutdruck, ggf. Ultraschall zur Beurteilung von Gebärmutter und Eierstöcken. Bei Bedarf Tastuntersuchung der Brust.
Labor · Hormonstatus
Bei entsprechender Indikation Bestimmung von FSH, Östradiol, Progesteron, TSH/fT3/fT4, ggf. Prolaktin, DHEAS. Vitamin D, Blutbild und Stoffwechsel-Parameter zur Gesamteinschätzung.
Auswertung & Therapieplan
Ergebnis-Besprechung mit individueller Empfehlung — von Lebensstil und Phytotherapie über bioidentische Hormone bis zur klassischen HRT. Immer im gemeinsamen Dialog, nie über Ihren Kopf hinweg.
Sechs Säulen der Begleitung
Welche Optionen für Sie infrage kommen, entscheiden wir gemeinsam — auf Basis Ihrer Beschwerden, Ihrer Vorgeschichte und Ihrer Ziele.
Hormonersatztherapie (HRT)
Therapieoption bei ausgeprägten Wechseljahresbeschwerden.
Urogenitale Beschwerden (GSM)
Trockenheit, Brennen, häufige Blasenentzündungen — typische, oft unterschätzte Beschwerden.
Pflanzliche Therapie
Hormonfreie Alternativen bei leichten bis mittleren Beschwerden.
Akupunktur
Traditionelle Methode zur Linderung von Hitzewallungen und Schlafstörungen.
Vitamininfusionen
Gezielte Mikronährstoffversorgung für Energie und Wohlbefinden.
Lebensstil & Prävention
Bewegung, Ernährung und Stressmanagement als wichtige Säulen.
Vorsorge & Diagnostik
Regelmäßige Kontrollen zum Schutz Ihrer Gesundheit.
Was die Studienlage zeigt
Unsere Empfehlungen basieren auf aktuellen Leitlinien und großen wissenschaftlichen Studien.
S3-Leitlinie „Peri- und Postmenopause"
Aktuelle deutsche Leitlinie mit strukturierten Empfehlungen zur Diagnostik, Aufklärung und Therapie. Grundlage unserer klinischen Entscheidungen.
WHI-Studie und Neubewertung
Die ursprüngliche WHI-Studie (2002) führte zu großer Verunsicherung. Nachfolgeanalysen zeigen: Bei Therapiebeginn nahe der Menopause und ohne Kontraindikationen überwiegt der Nutzen häufig die Risiken deutlich.
SWAN-Kohortenstudie
Zeigt: Vasomotorische Beschwerden (Hitzewallungen) halten im Median etwa 7 Jahre an — bei einem relevanten Teil der Frauen deutlich länger. Frühe Behandlung kann Lebensqualität stark verbessern.
NAMS Position Statement 2022 / IMS 2024
Die aktuellen Positionen der Nordamerikanischen und Internationalen Menopause-Gesellschaften bestätigen: Bioidentische Hormone transdermal + mikronisiertes Progesteron haben ein günstiges Sicherheitsprofil bei geeigneter Indikation.
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