Hitzewellen in der Schwangerschaft — sicher durch den Sommer
Kreislauf, Trinkmenge und Warnsignale — worauf werdende Mütter jetzt achten sollten
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In der Schwangerschaft arbeitet der Kreislauf ohnehin auf Hochtouren. Kommen hohe Außentemperaturen dazu, wird die Belastung für Herz, Kreislauf und Wasserhaushalt zusätzlich groß. Viele Schwangere spüren das an Hitzetagen deutlich — mit Schwindel, geschwollenen Beinen oder starkem Durstgefühl.
Warum Hitze in der Schwangerschaft anders wirkt
Das Blutvolumen ist in der Schwangerschaft um etwa 40 % erhöht, gleichzeitig weiten sich die Blutgefäße unter Hitze zusätzlich. Der Blutdruck kann dadurch stärker abfallen. Auch die Körperkerntemperatur steigt bei Belastung schneller — und Fieber ist besonders im ersten Trimester ein Risikofaktor für die Entwicklung des Kindes.
Was Sie an heißen Tagen tun können
- Trinkmenge deutlich erhöhen — an heißen Tagen etwa 2,5 bis 3 Liter Wasser oder ungesüßten Tee
- Direkte Sonne zwischen 11 und 16 Uhr meiden — Aktivitäten in die frühen Morgen- oder Abendstunden verlegen
- Leichte, atmungsaktive Kleidung tragen — Baumwolle und Leinen sind gut geeignet
- Kühlung durch feuchte Tücher an Handgelenken, Nacken oder Fußbädern
- Räume tagsüber verschatten, nachts durchlüften
- Die Beine mehrfach am Tag hochlegen — reduziert Wassereinlagerungen
Sonnenschutz besonders wichtig
Die Haut reagiert in der Schwangerschaft empfindlicher — vor allem im Gesicht kann es zu bräunlichen Verfärbungen kommen (Melasma, „Schwangerschaftsmaske"). Ein hoher Lichtschutzfaktor (LSF 50) und ein Sonnenhut helfen. Mineralische Sonnencremes gelten in der Schwangerschaft als besonders gut verträglich.
Warnzeichen — wann Sie in die Praxis kommen sollten
Bei starken Kopfschmerzen, Sehstörungen, plötzlichen Wassereinlagerungen (besonders im Gesicht), Oberbauchschmerzen, vorzeitigen Wehen oder deutlich weniger Kindsbewegungen sollten Sie sich zeitnah in unserer Praxis oder in der Klinik vorstellen. Auch anhaltender Schwindel oder Kreislaufkollaps gehört abgeklärt.
Dehydratation vorbeugen
Zu wenig Trinken ist an heißen Tagen einer der häufigsten Auslöser für Kreislaufprobleme und kann in seltenen Fällen sogar vorzeitige Wehen begünstigen. Ein guter Hinweis: Die Urinfarbe sollte hell bleiben. Bei dunklem Urin, Mundtrockenheit oder Herzrasen dringend mehr trinken.
In unserer Schwangerschaftsvorsorge nehmen wir uns Zeit für alle Fragen — auch für kleine Auffälligkeiten, bei denen Sie unsicher sind.
Mehr zur SchwangerschaftsvorsorgeQuellen
- Deutsches Ärzteblatt: Hitzeschutz in der Schwangerschaft (2024)
- DGGG-Empfehlungen zur Schwangerschaftsbetreuung
- RKI: Hitze und Gesundheit — Empfehlungen für Risikogruppen