Zyklusstörungen
Statistisch wird ein Zyklus zwischen 24 und 38 Tagen als regelmäßig beschrieben — entscheidend ist die Veränderung im Einzelfall. Wenn Ihr Zyklus deutlich abweicht, ausbleibt, sich plötzlich verändert oder Sie belastet, ist eine gezielte Abklärung sinnvoll.
Was ist normal, was nicht?
Vier medizinische Begriffe, die im Gespräch immer wieder fallen — kurz und präzise erklärt.
- Eumenorrhoe
- Der regelrechte Zyklus — statistisch beschrieben als Zyklen zwischen 24 und 38 Tagen, mit einer Blutungsdauer von ca. 3 bis 8 Tagen und normalem Blutungsvolumen. FIGO 2018 als internationale Referenz.
- Amenorrhoe
- Ausbleiben der Menstruation. Primär: die erste Regelblutung setzt bis zum 15. Lebensjahr nicht ein. Sekundär: Regel bleibt bei zuvor menstruierender Frau länger als 3–6 Monate aus.
- Dysmenorrhoe
- Schmerzhafte Regelblutung. Primär: ohne organische Ursache, häufig ab der Jugend. Sekundär: mit organischer Ursache, z. B. Endometriose, Myome oder Adenomyose — abklärungsbedürftig.
- Menorrhagie / Hypermenorrhoe
- Verstärkte oder verlängerte Regelblutung. Als Faustregel: mehr als ein voller Tampon oder eine Binde pro Stunde über mehrere Stunden, große Koagel oder Beeinträchtigung im Alltag — dann ist eine Abklärung sinnvoll.
Welche Zyklusstörungen es gibt
Es gibt verschiedene Arten, wie sich Zyklusstörungen zeigen können. Die Unterscheidung hilft bei der gezielten Abklärung.
Was den Zyklus beeinflussen kann
Zeichen, die abgeklärt gehören
Nicht jede Unregelmäßigkeit ist krankhaft — bei diesen Zeichen sollten Sie einen Termin vereinbaren.
- Sehr starke Blutung mit großen Koageln, die stündlich Vorlagen durchtränkt
- Zwischenblutungen bei Frauen in oder nach den Wechseljahren
- Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, die wiederholt auftreten
- Starke Regelschmerzen, die durch übliche Schmerzmittel nicht mehr beherrscht werden
- Ausbleiben der Periode länger als 3 Monate ohne bekannte Ursache
- Symptome eines Eisenmangels: anhaltende Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Blässe
Wie wir vorgehen
Fünf Schritte — vom Erstgespräch bis zum individuellen Behandlungsplan.
Wir besprechen Ihre Beschwerden, Ihren Zyklusverlauf und Ihre Vorgeschichte.
Beurteilung von Gebärmutter, Eierstöcken und Beckenboden.
Bildgebende Darstellung von Gebärmutter und Eierstöcken zur Erkennung möglicher Ursachen.
Gezielte Blutuntersuchung zur Beurteilung der hormonellen Situation. Welche Parameter sinnvoll sind, entscheiden wir individuell auf Basis der Anamnese.
Auf Basis der Ergebnisse erstellen wir gemeinsam einen auf Sie abgestimmten Behandlungsplan.
Welche Wege es gibt
Hormonelle Therapie
Je nach Ursache kann eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein. Welche Option in Ihrem Fall in Frage kommt, besprechen wir individuell — bitte keine Selbstmedikation.
Phytotherapie
Pflanzliche Präparate können in bestimmten Situationen unterstützend in Frage kommen. Welche Option zu Ihrer Situation passt, klären wir im Beratungsgespräch.
Lebensstilberatung
Ernährung, Bewegung, Stressmanagement und Schlaf können den Zyklus positiv beeinflussen. Wir besprechen mit Ihnen alltagstaugliche Maßnahmen.
Operative Therapie bei Bedarf
Bei organischen Ursachen wie Myomen oder Polypen kann ein minimalinvasiver Eingriff sinnvoll sein. Wir besprechen mögliche Optionen und überweisen Sie bei Bedarf an spezialisierte Einrichtungen.
Auf welcher Grundlage wir arbeiten
Unsere Diagnostik und Therapie orientieren sich an aktuellen internationalen und deutschen Fachleitlinien.
FIGO-Klassifikation abnormaler Uterusblutungen (AUB)
Internationale Referenz für die Einordnung abnormaler Blutungsmuster — inkl. PALM-COEIN-Schema zur strukturierten Ursachen-Abklärung (Polyp, Adenomyose, Leiomyom, Malignität · Coagulopathie, Ovulation, Endometrium, Iatrogen, Nicht klassifiziert).
Diagnostik und Therapie beim PCO-Syndrom (AWMF 015-088)
Deutsche Leitlinie zum PCOS — häufigste hormonelle Ursache seltener oder ausbleibender Zyklen. Enthält die Rotterdam-Kriterien und Empfehlungen zu Diagnostik, Metabolik und Kinderwunsch.
International PCOS Guideline (ESHRE / Monash)
Internationale Empfehlungen zu Diagnostik, hormoneller Therapie, Lebensstil-Interventionen und Kinderwunsch beim PCO-Syndrom — regelmäßig aktualisiert.
Schilddrüse & Zyklus
Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie empfiehlt bei Zyklusstörungen und Kinderwunsch die Bestimmung von TSH — Hypo- und Hyperthyreose können den Zyklus deutlich stören.
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